
TourismusRiffe, grünblaue Lagunen und Sandstrände locken Touristen an und
bieten somit eine Einnahmequelle, die v.a. für Entwicklungsländer
von Bedeutung ist. Einheimische finden hier
Beschäftigungsmöglichkeit.
Brandungsschutz
Riffe bilden einen natürlichen Schutz vor der Brandung, die
schwere Verwüstungen an Siedlungen anrichten könnte. Ohne Riffe
würden Inseln und Strände abgetragen werden.
Riffe als Ressourcen für pharmazeutische Wirkstoffe Rifforganismen wie Schwämme, Algen, Weichkorallen, Seegurken oder
Seescheiden dienen als Ressourcen für Pharmazeutika. Z.B. konnte
Prostaglandin, das bei
Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Asthma, Magengeschwüren oder zur
Geburtserleichterung verwendet wird, bisher nur in winzigen Mengen
aus bestimmten Blättern oder der Schafharnblase gewonnen werden. Nun
kann es auch aus Hornkorallen isoliert werden.
Korallenskelette dienen z.B. als Knochenersatz, da hier eine
geringere Abstoßungsreaktion erfolgt als bei künstlichen Prothesen.
Außerdem besteht Hoffnung, dass Rifforganismen Substanzen
produzieren, die den Verlauf von Aids oder Krebs abschwächen
könnten. Riffe als Frühwarnsystem Sterben Riffe in bestimmten Arealen ab, deutet dies auf eine
Umweltverschmutzung (übermäßige Düngung, Pestizideinleitung) hin, so
dass möglicherweise noch rechtzeitig eingeschritten werden kann.
Riffe zeigen den Umwelt- und Klimaverlauf früherer Zeiten auf.
Verschmutzungen in Form von Schwermetallanreicherung können in den
"Jahresringen" von Steinkorallen nachgewiesen werden.
Auch Temperaturschwankungen werden erfasst. Riffe dienen der
Klimavorhersage, da verschiedene Elemente und Isotope temperaturabhängig eingebaut
werden.
Fossile Riffe bilden die größten Erdöllagerstätten der Welt Organisches Material fällt an, dadurch bildet sich Muttergestein im
Vorriff oder im Lagunenbereich. Diese Areale werden von dicken
Sedimentpaketen überlagert und es kommt unter dem entstehenden Druck
und der Wärme zur Erdöl-, Erdgasbildung, das dann direkt in die
porösen, fossilen Riffe einwandern kann. Riffe als Klimastabilisatoren
Riffe sind in den Kohlenstoff-Kreislauf eingebunden, indem sie Kalk
binden. CO2 wird aus der Atmosphäre gelöst und reagiert dort
mit Wasser.
Das Bicarbonation steht also mit dem im Riff ausgeschiedenen Kalk im
Gleichgewicht. Bicarbonat besitzt zusammen mit anderen Ionen im Meer
eine Pufferwirkung, ohne die der Säuregehalt im Meer stark
schwanken würde, was manche Organismen nur schlecht vertragen. Es würde sich
auch die CO2-Löslichkeit im Meer ändern, was das CO2-Gleichgewicht
stören und damit das Klima verändern würde. Das CO2, das bei der
Kalkbildung entsteht, wird von den Zooxanthellen, den
Korallensymbionten, die eine CO2-Fixierung betreiben, durch die
Photosynthese direkt verbraucht. Es trägt also nicht in der
Atmosphäre zum Treibhauseffekt bei. Möglicherweise kann von diesen
Symbionten auch direkt CO2 aus der Atmosphäre verbraucht werden, was
dort
zur Senkung des CO2-Gehaltes führen würde. Die Zooxanthellen wirken
gewissermaßen als Pumpe, die CO2 absaugen, so dass sich das
Gleichgewicht verschiebt und die Kalkbildung beschleunigt wird.
Auch fossile Riffe verbrauchen CO2 durch die Verwitterung. Es
entstehen Bicarbonationen, die zur Kalkbildung entzogen werden, so
dass das CO2-Gleichgewicht und damit das Klima stabil bleiben.
Inhalte mit freundlicher Unterstützung der
Sinai Exkursion 2001, Universität Stuttgart, Biologisches
Institut, Abteilung Zoologie. |